Internetzugang unterwegs – Her mit dem WLAN!

Ich war dieses Jahr zum ersten Mal in der Türkei und eine Sache, die mir dabei besonders positiv aufgefallen ist, ist die Internetaffinität: praktisch jeder Laden und jedes Hotel, Restaurant, Cafe oder sonstiges Lokal hat eine zeisprachige Webseite – und die großen Sehenswürdigkeiten natürlich sowieso. Und mir als Besucherin aus dem Ausland nützt das auch, denn ich kann die Internetangebote problemlos nutzen, da es in sehr vielen Lokalen und in den meisten Hotels gratis und problemlos WLAN gibt.

Das war für mich eine sehr positive Überraschung, denn ich hatte damit gerechnet, mit meinem iPad nur sehr eingeschränkt Internetzugang zu haben. In Deutschland bin ich außerhalb meiner eigenen vier Wände fast immer aufs Mobilfunknetz für den Internetzugang angewiesen, da WLAN überhaupt nur in wenigen Lokalen angeboten wird und dann oft extrem kompliziert zu benutzen ist. Meist wird das WLAN nicht von den Lokalen selbst betrieben, sondern läuft über Drittanbieter mit komplexen Einwahlprozeduren, die, wenn sie überhaupt funktionieren, bei jedem Verbindungsaufbau erneut das manuelle Eintippen meiner Anmeldeinformationen erfordern, selbst wenn ich in dem Lokal schon mehrfach war und beim Drittanbieter schon längst registriert bin.

Also habe ich schon gar nicht mehr erwartet, WLAN ausser Haus verwenden zu können. Und Internetzugang über meinen iPad-Mobilfunkvertrag ist im Ausland ja extrem teuer, besonders in einem Nicht-EU-Land, das hätte ich nur äußerst wohldosiert tun wollen. Aber dann die Überraschung: überall kostenlos und problemlos schnellen Internetzugang per WLAN. Das hat sehr dazu beigetragen, dass ich mich in der Türkei gut orientieren konnte und mich sehr schnell gut aufgehoben fühlte.

Leider können ausländische Besucher in Deutschland nicht diese positive Erfahrung machen. Und das alles, weil per Gerichtsurteil in Deutschland festgelegt wurde, dass der Betreiber eines WLANs für alles haftet, was darüber an Datenverkehr läuft, z.B. illegale Downloads. Damit hat man sofort WLAN im öffentlichen Raum den Garaus gemacht und gleichzeitig enorm die Nachfrage nach Bandbreite für Datenübertragung via Mobilfunk erhöht.

Das Ergebnis für die Einheimischen: außer Haus gibt es Internetzugang nur für teuer Geld und trotzdem nur nervend langsam. Ein unbefriedigendes Ergebnis. Und volkswirtschaftlich gesehen eine Verschwendung von Ressourcen, da die weniger leistungsfähige und teurere Technologie nun fast als einzige Alternative für den Internetzugang unterwegs verbleibt. Ausländischen Besuchern muss Deutschland da sehr abweisend und wenig großzügig vorkommen – oder einfach technologisch “hintendran”.

Schade eigentlich. Ob die Richter, die diese Gerichtsurteile gefällt haben, diese Konsequenzen bei der Abwägung der Rechtsgüter mit berücksichtigten?

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