Lektüre zum Jahreswechsel – Understanding Michael Porter

UnderstandingMichaelPorterIn der Zeit “zwischen den Jahren” komme ich meist mehr zum Lesen als sonst. Und diesmal habe ich mir als Lektüre eine Neuerscheinung der HBR Press von 2012 vorgenommen: Understanding Michael Porter von Joan Magretta.

Aus der Beschreibung des Verlags:
“Competitive advantage. The value chain. Five forces. Industry structure. Differentiation. Relative cost. If you want to understand how companies achieve and sustain competitive success, Michael Porter’s frameworks are the foundation. But while everyone in business may know Porter’s name, many managers misunderstand and misuse his concepts. “Understanding Michael Porter” sets the record straight, providing the first concise, accessible summary of Porter’s revolutionary thinking.”

Hm, am bekanntesten von Porter ist wohl das 5 Forces-Framework im Zusammenhang mit der Idee der “Attraktivität” von Märkten. Das hörte sich für mich so an, als würde man von relativ statischen Marktbedingungen ausgehen, wie es sie vielleicht  in der “old economy” bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts gab – aber doch nicht in unserer Branche, in den digitalen Industrien!

Aber da Porter ein Klassiker der Wettbewerbsstrategie ist, hatte ich das Gefühl, zumindest der Vollständigkeit halber sein Modell besser verstehen zu müssen – und sei es nur, damit ich besser begründen könnte, warum es für unsere neue, schöne digitale Welt nicht mehr so relevant ist.

Daher griff ich gleich zu, als ich von dieser Neu-Erscheinung hörte, denn das erklärte Ziel des Buchs ist es, die Gedanken, die Porter über mehrere Jahrzehnte entwickelt und verteilt über viele Bücher und Artikel publiziert hat, als integriertes Ganzes in einem einzigen Band zusammen zu fassen und es so Praktikern aus der Industrie zugänglich zu machen.

Bisher habe ich nur die Einleitung gelesen – und sie hat mich stärker angesprochen als ich erwartet hätte und neugierig gemacht auf den Rest.

Ein wesentlicher Beitrag, den Porter in den 1970er Jahren leistete, war es, überhaupt einmal das Konzept der Branche in die Diskussion einzuführen: Vor Porter gab es wohl nur die Betriebswirtschaft auf der einen Seite, die jedes Unternehmen als Einzelfall betrachtete und die Volkswirtschaft auf der anderen Seite, die eben gleich ganze Volkswirtschaften betrachtete. Unternehmen agieren jedoch innerhalb von Märkten bzw. Branchen, in denen branchenspezifische Rahmenbedingungen herrschen. Diese branchenspezifischen Rahmenbedingungen bestimmen ganz entscheidend die Gestaltungsmöglichkeiten, die Unternehmen in der Entwicklung ihrer Wettbewerbsposition haben.

Nun, das würde ich natürlich sofort unterschreiben, gerade weil ich mir sehr bewusst bin, wie stark sich beispielsweise die Märkte für Internet-Angebote von “Old Economy”-Märkten unterscheiden: bei Internet-Angeboten sind ganz andere Geschäftsmodelle möglich und üblich, wie z.B. das Freemium-Modell, und somit andere Strategien zum Aufbau einer starken Wettbewerbsposition.

Nun, wie gesagt, ich bin gespannt auf den Rest … und jetzt kommt erst mal Weihnachten!

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